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Freitag, 17. Juli 2015

Barcelona Teil 1

30.06. - 18.7.2015

Antoni Gaudí

Wer Lust auf ein bisschen Geschichte von Barcelona hat, sollte weiterlesen. Wer nicht, der sollte was anderes schönes machen... :-)

Der Bericht zu Barcelona wird sich hoffentlich auf mehr Bilder als auf Worte beschränken.
Es gibt eigentlich sehr viel zu erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Deshalb hab ich die wichtigsten Sachen mit Links zu Wikipedia versehen, wer möchte kann etwas tiefer nachlesen.

Grob zusammen gefasst habe ich mich, als Kulturbanause, auf die Spuren von Gaudí und Dalí gemacht.

Antoni Gaudí (1852-1926) ist sowas wie ein Nationalheld in Barcelona. Überall stösst man auf seine Bauwerke und was mit seiner Person so zu tun hatte. Gaudí war, wie man heutzutage sagen würde, ein Workaholic. Er hatte nur eine einzige Liebe (eine Frau) in seinem Leben und sie hat diese nicht erwidert. Er hat sein ganzes Leben für seine Arbeit gelebt.

Ich habe einige seiner Werke angeschaut und war teilweise wirklich fasziniert.
Hier ein paar Bilder dazu:



Die erste selbstständige Arbeit von Gaudí ist die Casa Vincens.


 


 
Im Auftrag von Eusebi Güell schuf Gaudí Güell Pavillons.   Um seine Finca entsteht eine Umfriedungsmauer und einige Pavillons. Das Eingangtor ist wohl das bekannteste, es gilt als eine Meisterleistung der Schmiedekunst.

Das nächste Bauwerk ist der Park Güell, wieder Auftraggeber Eubesi Güell. Der Park sollte ursprünglich 60 Villen für gehobenes Wohnen beherbergen. Dies wurde nicht realisiert, weil es zu wenig Interessenten gab. Heute gilt der Park Güell als eine der Touristenhauptattraktionen in Barcelona.



 

so sieht es ohne Baukrähne aus... ;-)
 Kurz danach (1883) übernahm Gaudí die Bauleitung des wohl imposantesten Bauwerkes der Stadt: Sagrada Familia. Gaudí wusste schon zu seiner Lebzeit, dass er die Fertigstellung nicht erleben würde, er beantwortete Fragen in diese Richtung mit: "Mein Kunde hat keine Eile." Die Sühnenkirche befindet sich heute immernoch im Bau und ist noch lang nicht fertig. Am Ende sollen 18 Türme in den Himmel ragen, bisher sind 8 fertig. Jährlich werden für den Bau  22 Mio. Euro durch Spenden und Eintrittsgelder zur Verfügung gestellt. Was nicht verbaut wird, wird wiederrum gespendet.

Es gibt zwei beeindruckende Fassaden. Im Osten die Geburtsfassade Jesu Christi und im Westen die Passionsfassade von Jesus - sein Leidensweg. Die Geburtsfassade stellte Gaudí fertig, für die Passionsfassade hinterliess er detailierte Anweisung für die Nachwelt.








Das ist zum Zeitpunkt von Gaudís Tod der Stand der Bauarbeiten gewesen.



Die Gruft von Gaudí
in der Sagrada Familia.
Er starb tragisch, nachdem er von einer Strassenbahn angefahren wurde.



Das Innere der Sagrada Familia gleicht einem Farbkasten. Das Farbspiel ist unglaublich. Gaudí wittmete eine Seite der Fenster dem Wasser, die sind in Blau und Grüntönen.


Die andere Seite die des Lichts, farben in Gelb bis Rot sind dort vorhanden.






Die Orgel:


Gaudí orientierte sich vorallem an der Natur. Der riesige "Himmel" der Basilica soll an einen Wald erinnern. Und in der Tat, die Säulen verzweigen sich zur Decke hin immer mehr wie die Äste der Bäume. Darüber dringt immer wieder etwas Licht hindurch, genau wie durch die Blätter des Waldes. 


Der Altarraum: Über ihm soll einmal der höchste Turm tronen, jetzt ist da noch ein Loch. Der Turm wird einen Stern tragen und Jesus Christus gewidmet werden.



Hängemodell der Sagrada Familia
Ich bin in die alten Türme der Ostfassade hochgefahren (mit dem Fahrstuhl) und runter gelaufen. Hier ist gut die Technick, nach der Gaudí arbeitete, erkennbar. Es handelt sich um die Hängemodelle, es wird im voraus mit hilfe von Hängemodellen die Stabilität eines Bauwerkes getestet.

Ausblick auf Barcelona, inkl. des Dildotowers (ursprünglich sollte dies eine Form eines Gysiers darstellen)


 
der Weg zurück
Die Passionsfassade (Westseite)



Die Aufzeichnung von Gaudí und das was schon da ist...
Sein Wunsch war es die Figuren knöchernd und leidend aussehen zu lassen. Nichts sollte die schreckliche Szene verschönern.


Wichtige Daten der Kirche: "Im Jahr 2005 nahm die UNESCO die Geburtsfassade, die Apsisfassade und die Krypta der Sagrada Família als Erweiterung des Weltkulturerbedenkmals Arbeiten von Antoni Gaudí in ihre Liste des Weltkulturerbes auf. Am 7. November 2010 weihte Papst Benedikt XVI. die Kirche und erhob sie zugleich zur päpstlichen Basilica minor." (Wikipedia)



Ein weitere Besuchermagnet ist die Casa Batlló. Gaudí gestaltete das schon vorhandene Haus von 1904-1906 im Stile der Modernisme um. "Die farbenreiche Fassade gibt die Legende des Heiligen Georg wieder, des Schutzpatrons Kataloniens (hier Sant Jordi genannt): Das Dach stellt die Schuppen des Drachen dar, gegen den der Heilige Georg gekämpft hat, das Kreuz auf dem Dach ist seine Lanze. Die schmiedeeisernen Balkone stehen für Totenköpfe und die Galerie im ersten Stock für das Maul des Drachen." (Wikipedia)



In diesem Haus gibt es keine geraden Linien und eine Menge sehr gut durchdachten Details. Z.Bsp. sind die Fenster der unteren Etagen des Innenhofes grösser als die oberen, dass sie mehr Licht hineinlassen können. Auch die Farbe der Fliesen wird nach unten hin heller, somit ist der Innenhof gleichmässig erhellt. Ein einmaliges Erlebnis ist die 3D Audio Tour durch das Haus. Mit einem kleinem Tablet wird man durch das Haus geführt und hat zu den Infos auch noch einige 3D Animationen auf dem Bildschirm. Sehr empfehlenswert!





Ein Stückchen weiter auf der Passeig de Gràcia steht die Casa Milà oder auch La Pedrera. Ein Teil des Hauses kann besichtigt werden. Im anderen Teil sind Büro und Wohnungen untergebracht. Die Besichtigung geht auf der Dachterrasse los. Im Dachgeschoss gibt es eine kleine Ausstellung aller Werke von Gaudí.


 Es folgt bald der zweite Teil zu Barcelona...


Sonntag, 12. Juli 2015

Sardinien

23-30. Juni 2015

Leider "nur" mit der Fähre (nicht auf meiner Yacht) geht´s innerhalb von einer Stunde nach Sardinien.
In Santa Theresa komme ich am Mittag an und starte meinen Radeltag recht spät. Es ist heiss und mein Thermometer zeigt 40°C an. Im laufe des Nachmittages ist es allerdings erträglich, da leichte Schleierwolken den Himmel bedecken. Durch den Fahrtwind fühlt es sich nicht mehr so heiss an. Erst als ich nach 2 Stunden eine längere Pause mache, merke ich, dass das doch etwas zu lang war und ich schon recht unterzuckert bin. Nach einem langem Radnachmittag komme ich kurz vor Badesi an. Ich bin ca. 60 km gefahren und nun auf der Suche nach einem Schlafplatz. Ein Camping ist am Strand auf meiner Karte eingezeichnet. Ich befinde mich noch auf der Hauptstrasse ca. 50 müM. Ich entscheide mich runterzufahren und zu schauen. Was ich dann am Strand finde überrascht mich. Zugebaut mit Ressorts und Hotels. Den Camping gibt es seit diesem Jahr nicht mehr. ok, das heisst wieder zurück und weiter schauen. Mittlerweile checke ich die Umgebung auf mögliche wildcamping spots. Nichts, alles verbaut oder zu offensichtlich. Hm... naja dann mal weiter. Es ist schon 19 Uhr und ich hab Hunger. Als ich ein weiteres Mal am Strassenrand Halt mache um Ausschau zu halten. Spricht mich jemand auf Englisch an, ob ich Hilfe brauche. Sehe ich schon so fertig aus? Naja, egal. Es stellt sich herraus das Stefano aus der Gegend ist und mir nicht wirklich was zum wildcampen empfehlen kann, zu verbaut. Er läd mich allerdings erstmal spontan ins Restaurant zum Pastaessen ein, ich hätte sicher Hunger. Super, das nehme ich an. Während dem Essen, organisiert er mir eine Schlafgelegenheit bei seiner Chefin in Valledoria. Sie hat ein Zimmer in ihrem Haus frei. Wow, thats life!
Stefano ist selbst mit dem Rad ein Jahr lang um die Welt geradelt. Er ist Profisportler und Ironman. Für ihn war es wichtig nur zu radeln, daher machte er in den ersten 10 Monaten 3000km pro Monat. Gesamt fuhr er 32.000km. Wahnsinns Leistung! Er ist erst seit ein paar Monaten wieder zu Hause und so dankbar, was ihm unterwegs alles geschenkt wurde und nun gern etwas zurück geben möchte. Ja, so ist das beim reisen. Nehmen und geben. Toll und ich bin gerade auf der richtigen Seite... :-)

Als ich Stefano erzähle, dass ich nur nach Porto Torres möchte um dann die Fähre nach Barcelona nehme, meinte er das ich ja dann gar nichts von dem schönen Sardinien gesehen habe. Er läd mich spontan ein am Wochenende einen Ausflug mit ihm zu machen.

Somit bleibe ich 3 Nächte in Valledoria im Haus von Iside und Luigano. Vielen Dank dafür.



Castelsardo
Am Freitag fahre ich entlang der Küste zu Stefano nach Sassari um und wir verbringen das Wochenende zusammen.

Mit dem Auto geht´s am Samstag nach Porto Pollo, ein schöner Strand im Nordosten der Insel. Ein schmaler "Steg" führt zu einer Insel und auf beiden Seiten vom "Steg" gibt es einen wunderschönen Strand. Spontan entscheide ich mich ein paar Kitestunden zu nehmen. Aufgrund von zu schwachen Wind endet das nach 2 Stunden. Ich lerne Roberto und Serena (Freunde von Stefano) kennen und wir verabreden und für eine sehr gute Pizza am Abend.



Der Sonnenuntergang am Aussichtspunkt ist sensationell.


Als Dessert gibts noch ein sehr gutes Eis, für mich ChiliChoclate, ein Geschmackserlebnis!

Wir verabschieden uns von Roberto und Serena. Stefano und ich schlafen am Strand, wir haben die Zelte dabei. Der Abend war jedoch nicht so ruhig wie erwartet. Wir hatten die Rechnung ohne die Party am Strand gemacht... :-(

Dafür war der Morgen umso friedlicher!


Überraschenderweise werden wir Sonntag Mittag von Roberto zu einer Bootstour eingeladen. Er arbeitet als Skipper für einen sehr reichen Menschen. Mit dem Beiboot (der Ferrari unter den Beibooten) bringt er uns von Porto Palau aus an traumhafte Buchten und Strände.
Das Wasser ist glasklar und angenehm warm um zu schwimmen. An diesem Nachmittag durfte ich mal die Luft der Reichen schnuppern. Die Yachten auf dem Wasser sind ein Vermögen wert. Was ich da zu Gesicht bekomme ist einfach nur beängstigen und unfassbar. Meistens sind das auch nur die kleinsten aller Boote, für mich dafür riesig.



 



 Nur kurz einige Details zum Beiboot. Es ist ca. 150.000 Euro wert und hat zwei Aussenmotoren mit je 450 PS. Das heisst, 900 PS schieben mich da übers Wasser! Roberto meint, dass es möglich sei bis zu 100km/h damit zufahren. Wir fahren ca. 20 km/h und das finde ich ja schon schnell... Das kleine Bötchen braucht dann aber auch 3 liter pro Meile (1,6km). Ja, da ist man schnell mal nen tausender an der Zapfsäule los! *kopfschüttel*

Einen ganz grossen Dank an Stefano, Roberto und Serena. Ihr habt mir einen unvergesslichen Aufenthalt in Sardinien ermöglicht. Grazie!


Meine Fähre nach Barcelona fährt am Dienstagmorgen um 6:30 Uhr ab.





Was mich in Barcelona erwartet, erfahrt ihr dann im nächsten Bericht.

Liebe Grüsse und behaltet einen kühlen Kopf während der Hitze.
Mokie