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Sonntag, 16. Juni 2013

Galapagosinseln

06.06.-17.06.2013

"Eine Reise auf den Spuren von Charles Darwin zu den Galapagosinseln könnte einen dazu bringen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. In dieser aussergewöhnlichen Region fühlt man sich wie in einem Alternativuniversum, in irgendeiner merkwürdigen, utopischen Kolonie, die von Seelöwen - den  Golden Retrievern der Galapagosinseln - organisiert ist und nach dem Prinzip der gegenseitigen Partnerschaft funktioniert. Was Besuchern so ungewöhnlich erscheint, ist die Furchtlosigkeit der berühmten Bewohner der Inseln. Die Blaufusstölpel, Seelöwen und prähistorisch aussehenden Landleguanen benehmen sich allesamt, als wären die Menschen nicht mehr als lästige Paparazzi. Nirgendwo sonst kann man sich mit ihnen ein Duell im gegenseitigen Anstarren liefern und dabei verlieren!"
So verspricht es der Reiseführer Lonlely Planet.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten die Galapagosinseln zu bereisen. Wir entscheiden uns für einen Hin- und Rückflug, einen 8-tägigen Yachttrip und im Anschluss ein paar freie Tage auf der Isla Isabela. Es ist nicht ganz billig, aber mein Gefühl sagt mir, dass es sich auf alle Fälle lohnen wird! Der Besuch der Galapagosinseln ist ein lang gehegter Traum von mir und ich kann es nicht glauben, dass er in Erfüllung gehen wird.

Darwin Yacht
Unsere Yacht, die Darwin Yacht, wartet am Hafen der Isla Baltra auf uns. Am Flughafen empfängt uns Tamara, sie ist die nächsten Tage unser Guide. Unsere Reisegruppe besteht aus: vier jungen Deutschen (welche ein Jahr in Ecuador ehrenamtlich arbeiten), acht Amerikanern, einem Schweizer, einer Engländerin und wir beide. Insgesamt sind wir 16 Leute plus 6 Mitarbeiter der Bootscrew und Tamara.
Die nächsten 8 Tage werden für uns unvergesslich.



geplante Tour
Die Spannung wächst, wie wird es wohl sein 8 Tage auf einem Boot zu verbringen? Vor der Abreise in Quito hat mir Paul von der Agentur www.carpedm.travel gesagt, dass wir ein kleines Upgrade bekommen haben. Wir dürfen in einem der besseren Zimmer auf dem Hauptdeck schlafen.




Das Zimmer hat einen separaten Eingang vom Bootsdeck aus. Wenn wir die Tür öffnen sehen wir direkt auf das Meer. Das Zimmer ist klein, aber fein und mit einem Etagenbett und einem kleinen Bad ausgestattet. Von Tamara erhalten wir erste Instruktionen. Die zwei wichtigesten Regeln sind: Kein Sand auf dem Boot und kein Papier in die Toiletten werfen. Nach den Notfallinstruktionen geht die Fahrt los.



Ich verzichte darauf jeden einzelnen Tag zu beschreiben, dass würde die Länge des Reiseberichtes nur sprengen. Im Allgemeinen läuft jeder Tag nach dem gleichen Schema ab. Wir stehen meistens gegen 6:30 Uhr auf. 7 Uhr gibt es Frühstück, 12 Uhr Mittagessen und 19 Uhr Abendessen.  Jeden Abend gibt es ein kurzes Update für den nächsten Tag. Tamara schreibt einen Tagesplan auf und jeder kann sich danach richten.  Am Morgen und am Nachmittag haben wir verschiedene Aktivitäten. Mindestens einmal am Tag ist ein Landgang vorgesehen und max. 2 Schnorchelgänge vom Boot aus.

Nicht lange lassen die ersten Begegnungen mit Tieren auf sich warten. Gleich beim ersten Landgang haben wir Glück und sehen zwei Flamingos in einer Lagune. Rote Klippenkrappen und schwarze Leguane tummeln sich am Strand. Ebenfalls haben wir die erste Möglichkeit zu schnorcheln. Das Wasser ist kühl aber nicht erschreckend kalt. Die Sicht unter Wasser ist nicht sooooo gut. Aber immerhin sehe ich ein paar schöne bunte Fische.



Hier ein paar Bilder von den Tieren der Inseln. Jede Insel ist einfach einzigartig. Sie unterscheiden sich landschaftlich und jede Insel hat seine eigene Tierwelt.

Brauner Pelican beim Fischen
Galapagos - Taube
Lava Gecko
Galapagos-Bussard

Santa Fe Landleguan
Santa Fe Landleguan
Leguane liegen hier herum wie Sand am Meer. Sie nehmen die Sonnenwärme auf um ihr Körpertemperatur zu halten. Kälte wäre für sie lebensbedrohlich.





Gabelschwanzmöwe
Common Landiguana
Goldwaldsänger

Darwin Fink

Blaufusstölpel









Auf der Überfahrt nach Santa Fe sitze ich ganz vorn auf dem Boot und lasse mir die kühle Meeresluft um die Nase wehen. Ich sehe zweimal einen Mantarochen springen, einen Hai kurz auftauchen und als Andrea dazukommt, lassen sich sogar noch 2 Schildkröten blicken.


Auf Santa Fe sehen wir unsere erste grosse Seelöwenkolonie. Wir landen mit unserem Schlauchboot direkt vor ihrer Nase und betreten einen unberührten schönen Sandstrand.  Die Seelöwen lassen sich nicht stören und setzen ihr Sonnenbad fort. Manch ein kleiner, verspielter Seelöwe nähert sich neugierig und nimmt die Verfolgung hinter uns auf.




Da ein sehr wichtiges Fussballspiel ansteht, Ecuador gegen Peru, wird die Überfahrt auf die Nacht gelegt. Andrea hat die Fussballmannschaft auf dem Flughafen Quito gesehen und war ganz aus dem Häuschen. Nun weiss sie auch wieso, sie sind nach Peru geflogen.
Die Nacht ist sehr unruhig. Zum Glück hab ich am Abend eine Tablette gegen Seekrankheit genommen. Die Wellen lassen einen im Bett ganz schön hin und her schwanken. Es ist ein unangenehmes Gefühl. Am Ende kann ich doch noch etwas schlafen. Andrea hatte da weniger Probleme, sie hat ganz gut geschlafen.


Ein prächtiger weisser Sandstrand empfängt uns auf der Isla Gardner, vor der Isla Espanola.Wir haben Zeit und geniessen das schöne Flair der Insel.Ein kleiner Spaziergang darf da natürlich nicht  fehlen.Die Wellen rauschen u.Seelöwen liegen am Strand. Dieser Moment ist einfach toll.

Wir fahren weiter Richtung Punta Suarez, Insel Espanola. Das Wetter klart auf und wir geniessen die Überfahrt auf dem Bootsdeck. Es folgt ein Landgang und ein schöner Spaziergang über die Insel.


Es stehen heute 2 Schnorchelgänge an. Das Wasser ist recht kalt, wir haben aber Anzüge bekommen.  Auf dem 2ten Schnorchelgang geschieht das unglaubliche. Wir sehen 4 Weissspitzenhaie. Mir wird ein wenig anders bei dem Anblick von diesem Raubtier. 3 liegen friedlich unter einem Steinvorsprung und einer zog seine Kreise am Meeresgrund. Wahnsinnserlebnis!
Quelle: www.dieschultners.de


Rotschnabel Tropikvogel
Hier auf der Insel Espanola haben wir einen fantastischen Ausblick auf wunderschöne Klippen. Ein Stück weit erinnern sie uns an die Bilder von Schottland oder Irland. Traumhaft. Der Rotschnabel Tropikvogel ist sehr schwer zu fotographieren. Mir gelingt ein recht gutes Bild von ihm. Er gleitet die Klippen entlang und zieht seine Runden.

Ein ganz besonderes Ereignis steht noch an, wir haben die einmalige Gelegenheit den Albatros in der Brutzeit zu beobachten. Der Galapagosalbatros ist die einzige Art aus der Albatrosfamilie die in den Tropen vorkommt. Ausserhalb der Brutzeit halten sich die Vögel vor der Küste von Ecuador und Peru auf. Die grossen Vögel erreichen eine Körpergrösse bis 89 cm und werden bis zu 2 kg schwer. Die Flügelspannweiter beträgt ca. 230cm. Wir sehen sie fliegen und sie sind wirklich eindrücklich gross. Ein sehr schönes Naturerlebnis.




 Weitere Tiere, welche wir auf der Insel Espanola beobachten konnten:

Nazca-Tölpel
Galapagos-Bussard bei der Paarung


Pedro
Zurück an Bord, wartet wieder ein super Abendessen auf uns. Unsere Koch Pedro hat es bestens im Griff uns immer wieder zu überraschen. Jeden Tag wird geschlemmt. Vielen Dank dafür!


Auch der Spass kommt nicht zu kurz. Wir sind eine junge Truppe und haben eigentlich immer was zu lachen. Dieser tolle Tag verabschiedet sich mit einem super schönen Sonnenuntergang.




Zum Glück segeln wir am Abend und nicht wieder in der Nacht. Diese Nacht war erholsamer. Die Insel Floreana sieht wieder ganz anders aus. Sie hat mehr Bäume und ist weitläufig überblickbar.



Etwas besonderes gibt es noch auf der Insel. In Punta Daylight steht ein Briefkasten. Hier werden die Karten nicht mit der Post verschickt, sondern durch andere Touristen. Es ist Tradition eine Karte zu hinterlassen und eine aus seinem Heimatland mitzunehmen. Diese wird dann dem Adressanten vorbeigebracht. Mal sehen obs klappt.

Quelle:www.galapagos-cruises.ca
Wir haben schon einige Schnorchelgänge gemacht, heute steht ein etwas besonderer Ausflug an. Wir halten am Devils Crown. Hier steht der erste Tiefwasserschnorchelgang an, ebenso herrscht eine starke Strömung. Wir können viele bunte Fische, Korallen, Seesterne und eine Schildkröte sehen.





Hafenaussicht in Santa Cruz
Galapagos-Riesenschildkröte, die Babys
In Santa Cruz (eine der Hauptinseln) besuchen wir die Darwin Station. Es gibt hier eine Aufzuchtstation für die Riesenschildkröten. Sie werden auf den verschiedenen Inseln wieder ausgewildert. 


Espanola Riesenschildkröte
Mokie grüsst die Schildis


Am Nachmittag haben wir die Möglichkeit die Schildkröten im Hinterland von Santa Cruz in freier Wildbahn zu sehen. Lange suchen müssen wir nicht, schon auf der Hinfahrt tummeln sich einige auf der Strasse. Hier finden wir die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung.



Am Abend dürfen wir im Hafen etwas trinken gehen. Wir verlassen das Boot gegen 19:30 Uhr. Wenn wir wieder zurück möchten, müssen wir ein Wassertaxi nehmen, oder schwimmen. Aber es tummeln sich Babyhaie im Wasser, dass würden wir dann doch lieber sein lassen... Im Restaurant gibt es dann nur eins, Handys raus und ab ins Internet... :-) Kann ja sein das man was verpasst hat, es ist sehr still am Tisch, einen Moment später müssen alle lachen...


Nach einem weiteren Nachtsegelgang gehen wir auf der Insel Rabida an Land. Ein weiteres Mal haben wir sehr viel Glück und können mehrere Seebären beobachten. Diese sind eher sehr selten zu sehen. Als wir ein Gruppenfoto machen, schwimmt eine Meeresschildkröte vor unsere Nase. Alle waren natürlich sehr beeindruckt und das Foto fast vergessen...

Streifenschlange
viele Meeresechsen
Meeresschildkröte
Seebär
Cayenne Nachtreiher
unsere Truppe



Wir dürfen noch ein wenig an einem einsam Strand Zeit verbringen, während unsere angefressenen Vogelbeobachter eine weitere Wanderung unternehmen. Andrea und ich joggen den kurzen Strand entlang und entdecken einen Hai sehr nah am Strand. Da wird der Sprung ins Wasser wieder zur Mutprobe. Nichtsdestotrotz erfrischen wir uns, während sich ein Babyhai sehr nah an uns heran wagt.


Wieder findet ein Fussballspiel statt, unser eigentlicher Plan wird wieder zur Liebe des Fussballs etwas angepasst. Leider befinden wir uns aber in einem Empfangsloch. Das Spiel findet ohne unsere Bootscrew statt.
Jeder ist mit etwas beschäftigt, als plötzlich der Motor des Bootes stoppt. Ich sehe aus dem Fenster und kann es nicht glauben. Ich sehe sehr viele Delfine. Wahnsinn!!! Alle stürmen jubelnd an Deck. Wir sehen mehr als 20 Tiere und es sind verschiedene Arten. Manche sind völlig schwarz und manche schwarz/weiss. Wir nehmen wieder Fahrt auf und sie schwimmen direkt am Bootsbug. Als sie die Richtung ändern, steuert unser Boot nochmals in ihre Richtung. Wieder schwimmen sie mit uns ein Stück. Ein tolles Erlebnis. Sie tauchen auf und atmen aus und tauchen wieder ins Wasser ein. Ich bekomme Gänsehaut bei diesem Naturschauspiel.


Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es nicht typisch ist, an dieser Stelle Delfine beobachten zu können. Wir haben wieder unglaubliches Glück gehabt. Hatten wir doch schon die Hoffnung aufgegeben...


Am letzten Seetag brechen wir noch vor dem Frühstück auf um Pinguine zu suchen. Wir haben Glück und können die Galapagospinguine auf der Isla Bartolome beobachten. Es sind die drittkleinsten Pinguine der Welt. Beim letzten Schnorchelgang haben wir Glück und sehen einen unter Wasser schwimmen. Sie lassen uns ganz nah herankommen und düsen dann ab. Die maximale Geschwindigkeit kann bis zu 40km/h betragen. Ganz schön schnell, der Kleine!


 

Andrea hat sogar noch Goldrochen gesehen









Eine atemberaubende Aussicht bietet sich dann auf der Insel. Wir steigen 366 Treppenstufen auf einen Aussichtspunkt hinauf und sehen auf die Doppelbucht der Insel Bartolome mit dem spitzaufragenden Pinnacle Rock.



Gegenüber der Insel Bartolome breitet sich ein grosses, erst 100 Jahre altes Lavafeld aus. Wir wandern auf einem Rundweg mit teils scharfen Untergrund über die beeindruckende Mondlandschaft der Bahia Sullivan. Es besteht aus sog. Pahoehoe-Lava, die teils aus Blasen und schönen Mustern besteht. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie die Lava einst von dem Vulkan heruntergeflossen ist.



GALAPAGOS


Am letzten Abend verabschiedet sich die Crew und wir realisieren das unser Ausflug nun zu Ende geht. Wir hatten eine geniale Zeit und werden diese nie vergessen.

Kapitän Augustin
die Crew

Am Morgen des letzten Tages besuchen wir die Insel Seymour Norte. Hier können wir sehr viele Vögel beobachten, darunter der Blaufusstölpel und Fregattvögel. Die Fregattvögel können bis zu 110cm gross werden und eine Flügelspanne bis zu 240cm. Im Vergleich zu den Albatrossen sind sie mit bis zu 1,6 kg eher leicht. Bekannt sind die Männchen für ihren grossen aufblasbaren Kehlsack. Dieser färbt sich in der Brutzeit leuchtend rot.


Auf der Isla Isabela geniessen wir 3 Tage im Hostel Iguana Cove das süsse Nichtstun.  Leider ist das Wetter nichts sooo schön wie bei euch zu Hause!

Iguana Cove

Am 17.6. fliegen wir wieder zurück aufs Festland. Wir werden von Guayaquil aus zurück nach Quito reisen und noch einiges anschauen.

Ganz viele Grüsse
Andrea und Mokie


Donnerstag, 6. Juni 2013

Amazonas Dschungel

30.5.-04.06.2013

Amazonas Dschungeltrip

Kaum zu glauben, aber wir hatten am ersten Tag nach Andreas Ankunft richtigen Stress. Ich habe mir ein paar Informationen in einer Agentur geben lassen. Darunter war unter anderem dieser Dschungelausflug. Consuela von Carpedm Tours www.carpedm.travel gibt sich sehr viel Mühe und schwärmt uns vor wie schön es sei. Da wir mittlerweile für unseren Galapagosausflug ein Datum festgelegt haben, müssen wir uns nun entscheiden, ob wir sofort in den Dschungel aufbrechen wollen. Hmm... schwierig, wir haben beide schon 2 weitere Nächte in unseren Hotels gebucht und bezahlt. Aber wir wollen nicht auf den Ausflug verzichten. Somit geht die Rennerei los. Erst in Andreas Hotel und fragen, ob sie die Nächte nach hinten schieben können. Ja... es klappt. Weiter zu mir ins Hostel... absolut kein Problem... Wieder zurück zur Agentur, buchen, Infos abholen, zurück in mein Hostel, Überweisung machen (da bei Kreditkartenzahlung unglaubliche 6%(!) Gebühr anfallen), schnell umpacken - das nötigste in den Tagesrucksack, grossen Rucksack im Hostel einlagern, auschecken, was essen gehen und ab ins Taxi zum Busbahnhof! Puh... geschafft. Ich entscheide mit für die günstige 8$ Variante und fahre schon am gleichen Abend (22 Uhr) mit dem Nachtbus nach Lago Agrio - 8 Stunden Serpentinenkurven!!! Dazu regnet es in Strömen. Dann 4 Uhr Nachts - Polizeikontrolle. Bitte alle aussteigen zur Personen- und Gepäckkontrolle. Alle wieder einsteigen, weiter gehts! Nach einer unruhigen, schlaflosen Nacht, bin ich um 6 Uhr da. Weiter gehts mit dem Taxi zum Treffpunkt, hier kann ich etwas frühstücken. Ich treffe Peter aus dem Hostel wieder, er hat die gleiche Tour gebucht, dazu kommen noch Annika und Nils. Sie sind auf Hochzeitsreise. Wir warten gemeinsam die 3 Stunden bis uns gegen 9 Uhr Guido (unser Guide) abholt. Wir fahren zum Flughafen, hier treffe ich Andrea wieder. Sie entscheidet sich für den 80$ Flug. Schnell und einfach! Komplett sind wir 9 Leute (5 Deutsche, 1 Schweizerin, 1 Niederländer, 2 Italiener). Es ist gegen 10:30 Uhr, nun fahren wir 2 Stunden von Lago Agrio Richtung Dschungel.

Nach einer rasanten und manchmal auch halsbrecherischen Fahrt kommen wir wohlbehalten im Cuyabeno Reservat an. Hier erwartet uns gegen 12:30 Uhr ein tolles Mittagessen - Hühnchen mit Reis und Bohnen.


Dann gehts ab ins Boot. Ich sitze kaum im Boot und mir wird bewusst, wie schön es im Dschungel ist. Nach Costa Rica und Kanada fühle ich mich in der Natur als würde ich "nach Hause" kommen. Die Sonne scheint, der Wind ist erfrischend aber nicht kalt und ein feuchter Dschungelgeruch liegt in der Luft. Das Motorboot bahnt sich seinen Weg durch den dickbewachsenen Blätterwald, das Grün rauscht an uns vorbei, dutzende Schmetterlinge in allen Farben fliegen uns entgegen. Es ist wie im Paradies.


Wir sind glücklich und geniessen es vom ersten Moment an.

Los gehts!
Auf dem Weg in die Lodge sehen wir schon ein Faultier, verschiedene Wasservögel, Affen und blaugelbe Aras! Unglaublich!

Guido hält Ausschau
die grosse Lagune
Ankunft an der Siona Lodge
Wir überqueren die grosse Lagune und kommen an der Siona Lodge an (gegen 16 Uhr). Andrea steigt aus dem Boot und sagt: "Luag a mal,döt isch än Kaiman. Isch dä us Holz?"

Die Antwort von Guido: "Das ist unser Hauskaiman!" Uppsss.... der ist echt und begrüsst uns gleich beim ersten Schritt! Nur zur Verteidigung von Andreas Aussage, der sah wirklich unecht aus!

Wir bekommen unser Zimmer mit eigenem Haustier. Ein grosser Frosch beobachtet uns täglich von oben im Badezimmer. Die kleine Doppelhütte ist aus Bambus und sehr gemütlich. Strom gibt es nur für 3 Stunden (von 18 bis 21 Uhr), den werden wir auch nicht brauchen. Wichtig sind nur Kopflampen. Wir fühlen uns sofort wohl. Kurz auspacken und schon gehts nochmals zu einem Bootsausflug. Wieder geniessen wir die unglaubliche Ruhe und die pure Natur.



mehr sieht man leider nicht von den Delphinen
Schon vorher haben wir von rosaroten Flussdelphinen gelesen und gehört. Hier soll man sie sehen können. Das absolut Unerwartete trifft ein. Wir hören einen ausatmen und sehen ihn gleich wieder unter der Wasseroberfläche verschwinden. Die Delphine haben nicht so eine typische Rückenflosse wir ihre Artgenossen im Meer, daher ist es sehr schwierig sie zu fotographieren. Sie springen auch nicht, da das Wasser nicht tief genug ist. Einige Male wurde der Versuch unternommen, sie zu zählen, man schätzt den Bestand auf 30-40 Tiere. Schon bei der Walbeobachtung auf der Baja California, hatte ich das Gefühl von  endloser Freude über diese Begegnung. So auch hier. Ich hätte noch Stunden verweilen können und ihnen beim schwimmen und spielen zuschauen können. Die Tour geht weiter und wir sehen noch 2 Faultiere, Affen die kuscheln und verschiedene Vögel.

Hihi... beim kuscheln erwischt :-)

Sonnenuntergang geniesen


Am Schluss halten wir mitten in  der grossen Lagune an und geniessen den Sonnenuntergang. Hier,  ist es auch erlaubt zu schwimmen. Ein komisches Gefühl, wenn man weiss irgendwo am Rand lauern Kaimane, Schlangen (Anaconda, Boa) und nicht weit sind auch die Piranhas. Wir beide trauen uns nicht und bleiben im Boot.




Nach 2 Stunden sind wir wieder an der Lodge. Eine Verschnauffpause gibt es nicht, es geht umgehend weiter zur Nachtwanderung. Puhh... welch ein Stress! ;-)

 Andrea und ich sind ja keine wahren Freunde von Spinnen. Es ist eine kleine Herausforderung nur mit einem spärlichen Liächtli durch den Urwald zu laufen. Tatsächlich sehen wir sehr grosse Spinnen und unter anderem auch eine Tarantel. Eindrücklich.


Wenn ich sie so sehe, bin ich fasziniert, aber der Gedanke, dass sich eine auf mich abseilt ist dann doch unerträglich. Nach 45 Minuten bin ich froh wieder zurück zu sein. Das muss ich jetzt nicht nochmal haben...



Gegen 20 Uhr gibts dann Abendessen. Ein drei Gängemenü erwartet uns. Es schmeckt sehr gut und danach fallen wir nur noch ins Bett. Was für ein ereignisreicher Tag!

Luis - unser Guide
Die nächsten 4 Tage werden unvergesslich. Ähnlich wie am ersten Tag, sind jeden Tag mehrere Aktivitäten geplant. Morgens um 7 Uhr aufstehen, 8 Uhr Frühstück, gegen 9 Uhr Start zum ersten Ausflug. Mittagessen gibts um 13 Uhr, danach folgen wieder Ausflüge und Abendessen gibts um 20 Uhr. Da wir eine grosse Gruppe sind, werden wir von Anfang an, dem Guide Luis zugeteilt, wie sich später herausstellt ist dies ein riesiges Glück!




Der zweite Tag ist sehr interessant. Wir brechen mit dem Boot auf und sehen wieder Delphine, Tucane, den Monk Saki Affen mit einem dicken, flauschigen Schwanz:


 ein schlafendes Faultier:


und begleitet von der unglaublichen Geräuschkulisse der Brüllaffen, steuern wir unseren Wanderweg an. Die Wanderung führt in ein nahegelegenes Dorf. Gut ausgestattet mit Gummistiefeln erreichen wir  nach ca. 2 Stunden unser Ziel.




Hier zeigen uns die Einheimischen wie man Yuccabrot (Manniokbrot) backt. Wir ernten die Yucca,


schälen und raspeln diese,


dann wird sie gepresst (dies ist die wichtigste Aufgabe, zu nass oder zu trocken kann das Brot ungeniessbar machen). Die Yucca wird gesiebt, am Ende sieht sie aus wie Parmesankäse oder Kokosraspeln. Zum Schluss wird das Pulver auf einer heissen Platte gebacken.



Ein Brotteller ist für eine Person für einen Tag. Es sättigt sehr gut und wird zum Frühstück gegessen. Zum Mittag essen sie meist eine Suppe, Abendessen gibt es gar nicht.

er wollte nicht mit Mokie teilen :-(

Ein Papagei gesellt sich zu uns. Ihm schmeckt das Brot auch sehr gut. Er ist so zutraulich, ich hatte ihn auf meinem Arm sitzen.




Nach dem Einblick in die einheimische Küche geniessen wir unser  Mittagessen und fahren weiter zum Dorfschamanen. Er erzählt uns einiges über seine Arbeit und führt uns eine Reinigung vor. Es ist sehr interessant und er hat etwas mystisches an sich.
Die Federn auf dem Kopf sind Tucanfedern und die Zähne der Kette sind von einem Wildschwein.


Zum Schluss dürfen wir noch die traditionelle Jagdwaffe, das Blasrohr, ausprobieren. Andrea schafft es doch tatsächlich auf Anhieb den kleinen Holzfisch zu "erlegen". Ich erst im zweiten Anlauf.

Auf der Rückfahrt zur Lodge beweisst sich das wir mit Luis einen Glücksgriff gemacht haben. Er hat Augen wie ein Adler. Er sieht sehr viel. Ständig macht er uns auf Tiere in den Bäumen oder am Wasserrand aufmerksam. Unglaublich dieser Spürsinn!!!


Wir sind gegen 17 Uhr zurück und haben 1 Stunde Pause, bevor es nochmals zur Lagune geht um den Sonnenuntergang zu sehen. Diemal gehen wir auch baden. Schwimmen mit Piranhas, Kaimanen und Anakondas. Ein mulmiges Gefühl!

Andrea
ein beherzter Sprung ins Wasser

Gleich danach brechen wir zur Nachtbootsfahrt auf. Wir sehen einige Augen leuchten. Zum Glück sehen wir in der Dämmerung noch eine kleine Anakonda. Sie ist schätzungsweise 3 m lang, die grossen werden bis über 10m lang.

 
Anakonda

Unser Glück ist uns weiterhin holt, wir können einen Kaiman und 2 Boas beobachten.

grüne Boa


Die nächsten Tage sind ähnlich. Zu meiner grossen Freude machen wir 2 Kanutouren á 3 Stunden. Wir werden mit dem Motorboot hinausgefahren und paddeln schön gemütlich zurück zur Lodge. Da werden Erinnerungen an Kanada wach. Es tut so gut, wieder ein Paddel in der Hand zu halten, sich mal wieder richtig bewegen, den Körper und die Muskeln spüren. Lautlos gleiten wir übers Wasser. Die Natur um uns herum scheint vollkommen im Einklang zu sein. Wieder können wir Affen und Vögel beobachten. Ich sauge den Moment in mir auf, um mich noch sehr lang daran erinnern zu können.


Der letzte Tag ist sehr entspannt, wir haben den ganzen Nachmittag Zeit zu relaxen. Wir liegen in der Hängematte auf der Terrasse und lesen, träumen und geniessen. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, die Schmetterlinge fliegen, es geht kein Lüftchen und es redet niemand. Keine störenden Geräusche, einfach nur Dschungelruhe! Das tut so gut.  Ich nutze die Chance und mache mein Poweryoga. Hier habe ich meine innere Ruhe finden können und nehme sehr viel Kraft mit.



Die Siona Lodge www.sionalodge.com können wir wärmstens empfehlen. Das Personal ist sehr nett und zuvorkommen. Die Führer sind stetig bemüht um das Wohlergehen der Besucher. Es war einfach unbeschreiblich friedlich und schön hier.



Miguele
Vielen Dank an unseren Superkoch Miguele. Das Essen war jeden Tag frisch und sehr lecker! Mittags und Abends gab es immer 3 Gänge! Einfach genial. Miguele würde am liebsten mit Andrea in die Schweiz reisen. Er würde für sie kochen. :-) Nachdem Andrea ihm erzählt wie es in der Schweiz zu und her geht, entscheidet er sich dann doch lieber im Dschungel zu bleiben.


Wenn Engel reisen, ist immer schönes Wetter. In unserer letzten Nacht im Amazonas hat es angefangen wie aus Kübeln zu regnen. Der Himmel weint, weil wir wieder abreisen. Erstaunlich war auch, dass wir fast keine Moskitos hatten. Andrea hatte sehr lange gar keine Stiche, doch am Schluss hat sie auch noch den einen aufgegabelt. Sie schwört auf Antibrumm aus der Schweiz.

 
Luis unser Superguide!  Er würde mich am liebsten behalten ... :-)


Für den Rückweg nach Quito entscheiden wir uns beide fürs Flugzeug! Die Strasse war die letzte Nacht gesperrt, da es stark geregnet hatte. Wir nehmen die sichere, aber teurere Variante. Wir sind am Abend gegen 20 Uhr zurück in Quito.

Andrea und ich sind uns einig: Einen besseren Einstieg in dieses wunderschöne Land Ecuador kann man nicht haben! Danke dafür!

Unser Plan ist sehr eng und wir sind froh, dass wir nicht so viel Zeit in Quito verbringen müssen. Die Natur ist uns lieber und daher verabschieden wir uns nun für unglaubliche 11 Tage nach Galapagos! Ja, ihr lest richtig. Wir lassen es krachen! 11 Tage Tierreich pur! 11 Tage keine Zivilisation, kein Internet, kein Handy, keine Verpflichtungen (bis auf essen, schlafen, Natur pur und fotographieren!).

Einfach nur das Leben geniessen!

Bis zum nächsten grossen Bericht.
Viele entspannte Grüsse
Andrea & Mokie





Mittwoch, 5. Juni 2013

Zimmervergleich ;-)

Da Andrea schon früh gebucht hatte und eigentlich ein paar Tage allein in Quito verbringen wollte, entschied sie sich für die Luxusvariante!

Hier Andreas Zimmer im Nü Hotel in Quitos Neustadt:






Ich wollte aber nicht so viel für meine Übernachtung ausgeben, daher hier meine Variante, Colonial Hostel in der Nähe der Altstadt:



Beides hat seinen Charme!
LG
Andrea & Mokie